Der Arbeitsmarkt im Februar 2025

Schwacher Rückgang der Arbeitslosigkeit

28.02.2025 | Presseinfo Nr. 3

  • 292.606 Arbeitslose im Februar 2025 (minus 0,5 Prozent gegenüber Vormonat)
  • Arbeitslosenquote unverändert bei 4,6 Prozent
  • Jugendarbeitslosenquote steigt auf 3,6 Prozent (Vormonat 3,5 Prozent)

Arbeitslosigkeit
Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen

Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Schwacher Rückgang der Arbeitslosigkeit im Februar
Die Zahl der arbeitslosen Menschen sinkt im Februar auf 292.606 (minus 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat). Verglichen mit dem Februar des vorigen Jahres liegt die Arbeitslosenzahl jedoch um 24.040 oder neun Prozent höher. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent.

Steigende Tendenz bei Jugendarbeitslosigkeit
Die Jugendarbeitslosenquote steigt im Februar 2025 von 3,5 auf 3,6 Prozent. Dieser leichte Anstieg ist saisonbedingt und unter anderem auf das Ausbildungsende einiger Ausbildungsberufe zurückzuführen. Zugleich beginnt erst im September wieder das neue Ausbildungsjahr, für das man sich jetzt aber schon bewerben sollte.
Betrachtet man die Entwicklung der letzten drei Jahre, so ist die Jugendarbeitslosigkeit kontinuierlich gestiegen. Betroffen sind vor allem junge Menschen mit fehlendem Berufsabschluss, rund 70% verfügen über keinen Berufs- oder Studienabschluss. Wie auch in der Vergangenheit treffen konjunkturelle Schwächephasen junge Menschen und Berufsanfänger früher und stärker. Gerade mit Blick auf die Fachkräftesicherung ist es aber wichtig, dass dieser Personenkreis zum einen nach der Ausbildung Beschäftigungschancen erhält, um Berufserfahrung zu sammeln. Zum anderen gilt es, die guten Ausbildungschancen in Baden-Württemberg für die jungen Menschen besser zu nutzen.

Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Die Arbeitsmarktzahlen aus dem Februar sind kein Anlass zu Optimismus. Auch wenn wir in Baden-Württemberg nach Bayern die niedrigste Jugendarbeitslosenquote verzeichnen, haben wir doch seit drei Jahren eine steigende Jugendarbeitslosigkeit. Gleichzeitig bleiben viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Deshalb ist es wichtig zu prüfen, wie die Zugangschancen in Ausbildung weiter verbessert werden können. Denn jeder und jede Jugendliche wird mit Blick auf die demografische Entwicklung der nächsten Jahre gebraucht. Auch mit 23 oder 24 ist es nicht zu spät für eine Ausbildung.“

Der Schlüssel liegt in der beruflichen Aus- und Weiterbildung
Ausbildungslosigkeit zu Beginn des Erwerbslebens ist der größte individuelle Risikofaktor für Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit beruflich Qualifizierter ist in den letzten Jahren weit weniger stark gestiegen als die Zahl der Arbeitslosen ohne formale Berufsqualifikation. Dies bestätigt die Relevanz einer Ausbildung; auch Aufstiegs- und Weiterbildungschancen hängen von einer erfolgreichen Erstausbildung ab. 
Am Übergang von der Schule zur Ausbildung fördern die Agenturen für Arbeit sowohl die Jugendlichen als auch den Betrieb mit der Assistierten Ausbildung. Das Instrument unterstützt die Jugendlichen während der Ausbildung, u.a. damit die Prüfungen bestanden und die Ausbildung erfolgreich durchlaufen werden kann. Gleichzeitig sollen durch die Förderung Ausbildungsbetriebe dazu gewonnen werden, auch Jugendlichen mit schwierigeren Startbedingungen eine Ausbildungsperspektive zu geben. Außerdem können Interessen und Stärken junger Menschen durch die Praktikumswochen und der Woche der Ausbildung einen Weg in ihrer Berufsorientierung ebnen.

Südwesten weiterhin überdurchschnittlich von Kurzarbeit betroffen
Im November 2024 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 69.439 Personen im Land in Kurzarbeit. Damit stieg die Zahl im Vergleich zu 66.261 im Oktober und 51.740 im September 2024 weiter an. 1,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg waren im November 2024 in Kurzarbeit – knapp doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt.