Arbeitsmarktbericht März 2025: Frühlingsimpulse lassen auf sich warten – Arbeitsmarkt weiter deutlich schwächer als im Vorjahr

28.03.2025 | Presseinfo Nr. 8

  • Im März ist die Arbeitslosigkeit in Bayern im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen: Insgesamt sind 319.477 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 37.724 Personen oder 13,4 Prozent mehr als im März 2024.
  • Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Punkte auf 4,1 Prozent gestiegen.
  • Die Zahl der Kurzarbeitenden hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit 50.506 Perso-nen mehr als verdoppelt.
  • Zur Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt steigt die Zahl der Ausbildungssuchenden zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf 49.203 an, die Zahl der Berufsausbildungsstellen geht um 5,5 Prozent auf 82.529 zurück.
Arbeitslosenzahl im März:-7.035 auf 319.477 (-2,2 Prozent)
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:+37.724 (+13,4 Prozent)
Arbeitslosenquote im März:4,1 Prozent (-0,1 Prozentpunkte)
Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich:+0,4 Prozentpunkte
Realisierte Kurzarbeit:50.506 (Dezember 2024)
Realisierte Kurzarbeit im Vorjahresvergleich:+25.745 (+104 Prozent)

„Die Arbeitslosigkeit nimmt im März zwar ab, allerdings deutlich weniger als sonst in diesem Monat. Die konjunkturelle Schwäche prägt weiterhin den Arbeitsmarkt, was sich auch in der Kurzarbeit widerspiegelt. Die Automobil- und Zulieferbranche als Kernsektor der bayerischen Wirtschaft steht besonders im Fokus. Wir arbeiten eng mit den betroffenen Mitarbeitern und Betrieben zusammen, um mit individuellen Angeboten qualifizierte Arbeitsplätze zu sichern oder neue Chancen zu ermöglichen“, fasst Dr. Markus Schmitz, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcenter, die aktuelle Situation am bayerischen Arbeitsmarkt im März 2025 zusammen.

Im März sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat im Vergleich zum Vormonat um 7.035 bzw. 2,2 Prozent auf 319.477. Zum Vorjahresmonat März 2024 zeigt sich weiterhin eine deutliche Zunahme an Arbeitslosen um 37.724 Personen bzw. +13,4 Prozent. Es sind deutlich mehr Personen aus fertigungstechnischen Berufen (+4.689) arbeitslos geworden als noch vor einem Jahr. Überdurchschnittlich ist die Zahl der Arbeitslosen unter den 15- bis unter 25-Jährigen angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind hier 18,2 Prozent mehr Arbeitslose zu verzeichnen.
Die Arbeitslosenquote beträgt im März 4,1 Prozent und ist damit im Vergleich zum Februar um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2024 stieg die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte. Die Quote war zuletzt 2013 in einem März höher.
Trotz dieser Entwicklungen belegt Bayern im Bundesländervergleich der niedrigsten Arbeitslosenquoten weiterhin den ersten Platz.

Sowohl im Vergleich zum Vormonat, als auch zum Vorjahr sind mehr Anzeigen auf Kurzarbeitergeld zu registrieren. Auffällig ist der steigende Einsatz von Kurzarbeit in der Automobilzulieferindustrie. Insgesamt betrachtet wurde im Vorjahresvergleich deutlich mehr Kurzarbeit realisiert – für über 519 Betriebe und 25.745 Menschen mehr als im Vorjahr. Damit bezogen im Dezember 2024 (letzter Stand) nunmehr 50.506 Personen Kurzarbeitergeld (Steigerung um +104 Prozent). Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzen wird und diese Zahlen weiter steigen werden.

Bestand an offenen Arbeitsstellen deutlich niedriger als im Vorjahr


Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Bayern bleibt weiter im deutlich negativen Bereich. Sowohl die Erwartungen der Unternehmen an die zukünftige Entwicklung als auch die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage werden weiter ausgesprochen pessimistisch beurteilt.
Seit Jahresbeginn wurden den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 59.581 neue Arbeitsstellen gemeldet, das sind 17,1 Prozent weniger neue Stellen als vor einem Jahr. Diese rückläufige Nachfrage nach Arbeitskräften zeigt sich in fast allen Branchen, besonders jedoch in der Arbeitnehmerüberlassung, auf die fast ein Viertel des gesamten Stellenrückgangs entfällt.
Mit einem derzeitigen Bestand von 113.960 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 17,6 Prozentpunkte gesunken.

Im Januar (aktuell hochgerechnete Daten) ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat um 33.500 Beschäftigte (-0,6 Prozentpunkte) auf 5.936.000 gesunken. Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein kleines Plus von 12.400 Beschäftigten (+0,2 Prozentpunkte). Das Beschäftigungswachstum ist innerhalb des vergangenen Jahres um knapp drei Viertel zurückgegangen – von einem Plus zum Vorjahr von 51.100 im Januar 2024 auf ein Plus von 12.400 im Januar 2025.
Die Entwicklung nach Branchen ist unterschiedlich. Dem überwiegend geringen Beschäftigungswachstum in den meisten Wirtschaftszweigen steht ein deutlicher Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe, der Arbeitnehmerüberlassung und im Handel, der Instandhaltung und Reparatur von Kfz gegenüber.

Ausbildung als berufliche Lebensversicherung


Aktuell findet die bundesweite Woche der Ausbildung unter dem Motto „Ausbildung im Fokus – Gemeinsam zum Erfolg“ statt. Zur Halbzeit auf dem bayerischen Ausbildungsmarkt zeigt sich für Betriebe eine erfreuliche Entwicklung: Die Zahl der jungen Menschen, die eine betriebliche Ausbildung beginnen wollen, nimmt wieder zu. Insgesamt meldeten sich seit Oktober 49.203 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bei den Agenturen für Arbeit in Bayern (+1.083 bzw. +2,3 Prozent). Gleichzeitig liegt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen mit 82.529 (-4.799 bzw. -5,5 Prozent) unter dem Vorjahr. Ein besonders deutlicher Rückgang der gemeldeten Berufsausbildungsstellen findet im Verarbeitenden Gewerbe und in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen statt, während besonders der Handel verstärkt Auszubildende sucht.

„Eine Ausbildung wirkt besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für junge Menschen wie eine berufliche Lebensversicherung. Während der Bedarf an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt weiterhin hoch ist, sinkt er bei Ungelernten. Erfreulicherweise hat die betriebliche Ausbildung unter Jugendlichen an Ansehen gewonnen, auch dank der abgestimmten Aktivitäten aller Partner am Ausbildungsmarkt. Und trotz des moderaten Rückgangs an gemeldeten Ausbildungsstellen sehen wir, dass die bayerischen Unternehmen weiterhin auf die duale Ausbildung setzen und darüber heute schon ihre Fachkräfte von morgen sichern.
In den kommenden Monaten wird es am Ausbildungsmarkt noch viel Bewegung geben, viele Jugendliche und Betriebe haben ihre Entscheidung noch nicht getroffen. Wir stehen bei Unsicherheiten mit unserer Berufsberatung und unseren Unterstützungsangeboten zur Seite.“, so Schmitz.

Blick in die bayerischen Regierungsbezirke


Schwaben ist erneut Spitzenreiter im bayerischen Regierungsbezirkevergleich und hat die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote im März beträgt 3,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte zu verzeichnen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schwaben hat mit 2,4 Prozent der Landkreis Donau-Ries und ist damit einer der beiden Spitzenreiter in ganz Bayern. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent weist die Stadt Augsburg weiterhin die höchste Quote unter den Stadt- und Landkreisen in Schwaben auf. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Stadt einen Anstieg um 0,9 Prozentpunkte.
Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt: 7.450 Bewerber/innen (-1,0% zum Vorjahr), 12.153 gemeldete Ausbildungsstellen (-2,9% z. VJ).

Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz liegt im März bei 4,0 Prozent und somit unter dem bayerischen Schnitt (4,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte zu verzeichnen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz verzeichnet erneut der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. mit 2,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.
Die höchste Arbeitslosenquote hat erneut die Stadt Weiden i.d.OPf. mit 6,7 Prozent. Im Ver-gleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte zu verzeichnen.
Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt: 4.519 Bewerber/innen (+3,7% zum Vorjahr), 10.878 gemeldete Ausbildungsstellen (-10,2% z. VJ).

In Niederbayern liegt die Arbeitslosenquote im März bei 4,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr kann ein Anstieg um 0,6 Prozentpunkte verzeichnet werden.
Mit 3,6 Prozent hat der Landkreis Kelheim die niedrigste Arbeitslosenquote in Niederbayern. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.
Die höchste Arbeitslosenquote in Niederbayern weisen die Städte Passau und Straubing mit 6,6 Prozent auf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote in Passau Stadt um 0,7 Prozentpunkte und in Straubing Stadt um 0,9 Prozentpunkte.
Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt: 5.673 Bewerber/innen (+1,9% zum Vorjahr), 9.427 gemeldete Ausbildungsstellen (-8,8% z. VJ).

Die Arbeitslosenquote in Unterfranken liegt mit 4,0 Prozent im März unter dem bayerischen Schnitt (4,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,5 Prozentpunkte gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Unterfranken verzeichnet der Landkreis Main-Spessart mit einer Quote von 2,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg sie um 0,3 Prozentpunkte an.
Die Stadt Schweinfurt weist mit 7,4 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken auf. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote um 0,7 Prozentpunkte gestiegen. Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt: 5.738 Bewerber/innen (+7,0% zum Vorjahr), 9.427 gemeldete Ausbildungsstellen (-6,8% z. VJ).

In Oberbayern stieg die Arbeitslosenquote im März um 0,4 Prozent auf 4,0 Prozent im Ver-gleich zum Vorjahr an.
Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Oberbayern hat der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit 2,4 Prozent und ist damit einer der beiden Spitzenreiter in ganz Bayern. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Quote um 0,2 Prozentpunkte.
Die höchste Arbeitslosenquote weist erneut Rosenheim-Stadt mit 5,4 Prozent auf. Im Vorjah-resvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,8 Prozentpunkte gestiegen.
Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt: 14.731 Bewerber/innen (+3,2% zum Vorjahr), 22.321 gemeldete Ausbildungsstellen (-2,2% z. VJ).

In Oberfranken liegt die Arbeitslosenquote bei 4,5 Prozent. Die Quote liegt somit über dem bayerischen Durchschnitt (4,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Arbeitslosigkeit um 0,4 Prozentpunkte höher.
Mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent hat der Landkreis Bamberg erneut die niedrigste Quote in Oberfranken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestie-gen.
Die höchste Arbeitslosenquote in Oberfranken weist die Stadt Hof mit 7,9 Prozent auf und ist damit Schlusslicht in ganz Bayern. Zum Vorjahr ergibt sich ein deutlicher Anstieg um 1,3 Prozentpunkte.
Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt: 3.860 Bewerber/innen (+/-0,0% zum Vorjahr), 8.081 gemeldete Ausbildungsstellen (-5,5% z. VJ).

Mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent bleibt Mittelfranken weiterhin Schlusslicht im bayerischen Vergleich. Mit einem Plus von 0,4 Prozentpunkten ist in Mittelfranken auch im Vorjahresvergleich ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in Mittelfranken weist erneut der Landkreis Roth mit 2,5 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Quote gleich geblieben. Die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg ist weiterhin die höchste Quote in Mittelfranken mit 7,3 Prozent. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2024 um 0,8 Prozentpunkte gestiegen.
Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt: 7.232 Bewerber/innen (+0,9% zum Vorjahr), 10.242 gemeldete Ausbildungsstellen (-5,7% z. VJ).